Autor: Nikola L.

Neue Einsatzregeln für Online-Spielautomaten

Bei virtuellen Automatenspielen in Deutschland können seit dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Voraussetzungen höhere Einsätze zugelassen werden. Der bisherige Höchsteinsatz von 1€ pro Spiel bleibt der gesetzliche Regelfall. Neu ist eine gestufte Möglichkeit, das Einsatzlimit zunächst auf bis zu 3€ und unter zusätzlichen Bedingungen auf maximal 5€ anzuheben.

Die Änderung bedeutet allerdings nicht, dass Spieler jetzt automatisch 5€ pro Spin setzen können. Sowohl für Glücksspielanbieter als auch für Spieler gelten konkrete Voraussetzungen. Zudem ist die neue Regelung zunächst bis Ende 2027 befristet.

Neue Einsatzregeln für Online-Spielautomaten

1€, 3€ oder 5€ – was gilt seit Juli 2026?

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 sieht für virtuelle Automatenspiele grundsätzlich einen maximalen Einsatz von 1€ je Spiel vor. Diese Grundregel wurde nicht abgeschafft.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ermöglicht seit Juli 2026 jedoch eine zweistufige Abweichung davon.

Einsatzstufe Höchsteinsatz Was gilt?
Regulärer Höchsteinsatz Bis 1€ Bleibt der gesetzliche Regelfall für virtuelle Automatenspiele.
Erste Erhöhungsstufe Bis 3€ Nur für Spieler ab 21 Jahren und bei entsprechend zugelassenen Anbietern.
Zweite Erhöhungsstufe Bis 5€ Zusätzliche Anforderungen wie ein 90-tägiger Qualifikationszeitraum und spezielles Spielverhaltensmonitoring.

Die höheren Grenzen sind damit zusätzliche Einsatzstufen innerhalb des regulierten Marktes und kein neuer allgemeiner Höchsteinsatz von 5€.

Für die zweite Stufe gelten strengere Anforderungen

Für einen Höchsteinsatz von mehr als 3€ und bis zu 5€ reicht die Altersvoraussetzung allein nicht aus.

Vor einer Erhöhung muss der Spieler beim jeweiligen Anbieter einen Qualifikationszeitraum von 90 Tagen durchlaufen. Währenddessen darf das vorgeschriebene Monitoring kein suchtauffälliges Spielverhalten feststellen.

Bei Spielern mit einem erhöhten Einsatzlimit der zweiten Stufe muss der Anbieter anschließend ein spezielles Monitoring des Spielverhaltens durchführen. Werden Anzeichen für problematisches Spielverhalten erkannt, sind geeignete Spielerschutzmaßnahmen erforderlich. Dazu können nach Angaben der GGL beispielsweise eine Kontaktaufnahme, Einschränkungen des Spielangebots oder eine Sperre gehören.

Was bleibt bei virtuellen Automatenspielen unverändert?

Die neuen Einsatzstufen ändern nicht grundsätzlich die Regulierung virtueller Automatenspiele in Deutschland.

Der GlüStV 2021 sieht weiterhin verschiedene Vorgaben für erlaubte Angebote vor. Dazu gehören unter anderem der manuelle Start jedes einzelnen Spiels, die vorgeschriebene Mindestdauer eines Spielablaufs sowie weitere Maßnahmen zum Spielerschutz.

Auch der reguläre Höchsteinsatz bleibt bei 1€. Die neue Regelung schafft lediglich die Möglichkeit einer Abweichung, wenn die dafür vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt sind.

Warum ermöglicht die GGL höhere Einsatzlimits?

Der Höchsteinsatz gehört zu den Maßnahmen, mit denen finanzielle Risiken begrenzt und problematischem Glücksspiel vorgebeugt werden soll. Gleichzeitig verfolgt der Glücksspielstaatsvertrag das Ziel, Glücksspiel in den legalen und behördlich überwachten Markt zu lenken.

Nach Einschätzung der GGL muss bei der Regulierung deshalb auch berücksichtigt werden, ob sehr restriktive Vorgaben dazu führen können, dass Spieler auf nicht regulierte Angebote ausweichen, bei denen die deutschen Spielerschutzvorgaben nicht gelten.

Die Behörde betrachtet die höheren Einsatzmöglichkeiten deshalb im Zusammenspiel mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen und der Überwachung des Spielverhaltens. Die Auswirkungen der Änderung sollen weiter beobachtet werden.

Neue Regelung gilt zunächst bis Ende 2027

Die Möglichkeit, vom regulären Höchsteinsatz abzuweichen, ist nicht unbefristet eingeführt worden.

Die aktuelle Entscheidungsrichtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2027. Die GGL will die Entwicklung des legalen Glücksspielmarktes und die Auswirkungen der neuen Einsatzstufen beobachten. Neue fachliche Erkenntnisse sollen bei der nächsten Entscheidung zum Höchsteinsatz berücksichtigt werden.

Es ist deshalb möglich, dass die Voraussetzungen nach der vorgesehenen Überprüfung erneut angepasst werden.

Was bedeutet die Änderung für Spieler in Deutschland?

Die wichtigste Einordnung lautet: 5€ sind seit Juli 2026 möglich, aber nicht der neue Standard.

Bei virtuellen Automatenspielen bleibt 1€ pro Spiel der reguläre gesetzliche Höchsteinsatz. Erst wenn ein Anbieter über die erforderliche Erlaubnis verfügt und die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine höhere Einsatzstufe gewährt werden.

Spieler sollten daher nicht davon ausgehen, dass Einsätze bis 3€ oder 5€ bei jedem in Deutschland erlaubten Angebot verfügbar sind. Entscheidend sind die Zulassung des jeweiligen Anbieters, die gewählte Einsatzstufe und die dafür geltenden Voraussetzungen.

Die Regelung ist zudem vorerst zeitlich begrenzt. Spätestens mit der nächsten Bewertung durch die GGL Ende 2027 kann erneut Bewegung in die deutschen Einsatzregeln kommen.

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